Frühlingsfarben und spanisches Flair

Die Baureihe 4000 der spanischen Eisenbahngesellschaft RENFE war eine Serie von hydraulischen Diesellokomotiven, die Krauss-Maffei in Anlehnung an die DB-Baureihe V 200.1 entworfen hatte. Später wurde sie als Baureihe 340 eingeordnet.
1964 wurde die Lokomotiv-Export Union (LEU) von der spanischen Staatsbahn beauftragt, eine Serie von Diesellokomotiven zu produzieren. Die LEU war ein Zusammenschluss von Krupp, Krauss-Maffei und dem seit 1918 bestehenden spanischen Werk der Babcock & Wilcox in Bilbao. Die neuen Fahrzeuge mussten einerseits die damals noch zahlreich vorhandenen Dampflokomotiven ersetzen und andererseits auch die Anhängelast sowie die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Strecken erhöhen. Dabei waren in besonderem Maße die klimatischen Gegensätze der spanischen Gebirgsstrecken zu berücksichtigen: Einsatztemperaturen von -20 °C bis +45 °C, Schneestürme im Winter sowie eine Luftfeuchtigkeit von 90 % im Sommer mussten die neuen Loks verkraften können.

Parallel zur Beschaffung der BR 4000 wurde der Oberbau der Strecken verstärkt. Krauss-Maffei baute bis Ende 1966 die ersten zehn Exemplare. Die übrigen 22 Fahrzeuge stellte Babcock & Wilcox ab Juni 1967 auf Lizenzbasis her.
Wie schon die Maschinen der Baureihe V 200.1 der Deutschen Bundesbahn waren die spanischen Lokomotiven mit zwei Motoren hinter den Endführerständen versehen, jedoch mit einer Gesamtleistung von 2942 kW wesentlich stärker motorisiert. Die harten klimatischen Einsatzbedingungen erforderten eine große und leistungsfähige Kühlanlage. Daher wurde die Baureihe 4000 gegenüber der V 200.1 verlängert und mit anders gestalteten Seitenwänden versehen.

Ab Sommer 1967 übernahm die Baureihe 4000 den gesamten Bahnverkehr auf der Bahnstrecke Madrid – Saragossa – Mora la Nova. Diese führt mit langen 16 ‰ und 18 ‰ Rampen über die Gebirge der iberischen Halbinsel. Später wurden die Diesellokomotiven auch auf anderen, nicht weniger anspruchsvollen Linien eingesetzt. Sie bewährten sich und blieben bis 1987 in Betrieb.
Gegen Ende ihrer Karriere gab es allerdings zunehmend Ausfälle, bedingt durch mangelhafte Wartung. Nahezu alle Lokomotiven wurden verschrottet. Erhalten ist die 4020 (RENFE 340 020) im Museo del Ferrocarril in Madrid. Dort kann das Vorbild von FLEISCHMANNs Neuheit (Art. Nr. 725007) bewundert werden. Der Motor des grünen Boliden wird wohl niemals mehr gestartet. Wer trotzdem seinen kernigen Sound hören möchte, der greife zur DCC-Variante mit der (Art. Nr. 725077) und lässt in seinem Geiste den Schnellzug von Madrid nach Saragossa an sich vorbeiziehen.
 



 
 
 
 
Produkte
Aktuelles
Händler
Specials
Service
Über uns