
Zugset “Maxhütte” in der Spur N
Oder: Warum die Eisenbahn Eisenbahn heißt
Die Maxhütte, benannt nach dem bayerischen König Maximilian II., war ein traditionsreiches Stahlwerk in Sulzbach-Rosenberg. Zur Blütezeit beschäftigte das Unternehmen über 9.000 Menschen. Die Maxhütte war das letzte Stahlwerk Bayerns mit konventionellem Hochofen, gleichzeitig das letzte der Montanmitbestimmung unterliegende Unternehmen Bayerns.

Der Amberger Erzberg lieferte das Erz für die Maxhütte bei Haidhof, die mit Hilfe der dortigen Braunkohlevorräte als Energielieferant für die Hochöfen schon seit 1853 alle Schienen für die neuen bayerischen Eisenbahnen und den Stahl für die Lokomotivfabrik J.A. Maffei in München produzierte.
Eisenbahnschienen bestehen aus hochvergüteten Spezialstählen und sind extrem zäh und verschleißfest. Das Stahlwerk machte sich schnell weltweit einen Namen als erfolgreicher Schienenhersteller. Bis zum Produktionsende im Jahr 2002 wurden hier Schienen gewalzt. Die beiden Dampfmaschinen trieben die vielen Walzen an, in denen aus den glühenden Stahlstücken, die die Stranggussanlage verließen, in vielen Walzgängen das gewünschte Profil erzeugt wurde. Das Rohmaterial aus der Vorblockwalze musste noch neun bis elf "Stiche" in der Fertigstraße über sich ergehen lassen, damit schließlich eine Schiene daraus erzeugt werden konnte. Von Walze zu Walze wurde sie immer perfekter, bis die allerletzte Walze das Walzzeichen "MH" für Maxhütte mit der Jahreszahl einprägte. Das Stahlwerk produzierte auch ausgefallene Schienen: So hat es bis zum Schluss die Stromschienen für die New Yorker U-Bahn hergestellt.
2002 wurde die Maxhütte nach langem Hin- und Her endgültig geschlossen. Am 22. Juli 2002 erfolgte die offizielle Stilllegung der NMH Stahlwerke GmbH; es begann die “Ausproduktion” mit einer Belegschaft von noch 850 Mitarbeitern. Der letzte Hochofenabstich war am 23. September 2002. Tags darauf verließ die finale Charge das Werk.
Die Anlage ist ein einmaliges technikgeschichtliches Dokument, da sie auf engstem Raum alle Produktionsstufen vom Eisenerz bis zum fertig gewalzten Profil beinhaltet, angefangen von der Verhüttung des Erzes im Hochofen, über die Stahlerzeugung im Konverter bis zur Herstellung von Profilen mittels Stranggussanlage und Walzwerk.
Mit dem aktuellen Zugset “Maxhütte” in der Spur N, Art.-Nr. 781007 bzw. 781087 (DCC), haucht FLEISCHMANN den oberpfälzer Industrieruinen wieder neues Leben ein und erinnert an die lange Geschichte der Maxhütter Stahlwerks und seiner umfangreichen Werksbahn. Eine Rangierlok - es handelt sich um eine ehemalige V 60 der DB - befördert zwei sechsachsige Flachwagen der Bauart Samms710, die mit schweren Brammen beladen sind. Als Bramme wird ein Block aus gegossenem Stahl, Aluminium oder Kupfer bezeichnet, dessen Breite und Länge ein Mehrfaches seiner Dicke beträgt. Brammen werden durch Gießen sowie Walzen hergestellt und sind das Vormaterial für Bleche und Bänder.
Die Flachwagen der Bauart Samms710 sind prädestiniert für die Beförderung schwerster Lasten. Bei ihren Drehgestellen kommt als weiteres Merkmal die Form der Seitenwangen hinzu: Die Unterkante der Seitenwangen ist nicht gerade, sondern zwischen den Achshaltern nach oben gezogen. Zur Verstärkung laufen flach aufgeschweißte Blechstreifen vom oberen Ende der Achshalter schräg nach unten. Die Kopfquerträger bestehen aus kräftigen U-Profilen, die mit Blechzuschnitten verschweißt einen kastenförmigen Hohlprofil-Träger bilden.